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SG Börde braucht dringend einen Heimsieg

SG Börde Handball  -  TuS Rotenburg

 

SG Börde braucht dringend einen Heimsieg

 
Die SG Börde steht als Tabellenvorletzter in der Oberliga auf einem Abstiegsplatz schon mächtig unter Druck.

 

Mit einem Heimerfolg sollen am Samstag in der Schellerter Sporthalle, Anpfiff 19.30 Uhr, gegen den TuS Rotenburg wichtige Punkte für den Klassenerhalt gesammelt werden. Zudem will das Börde-Team die Gelegenheit nutzen, sich für eine bittere 28:38-Hinspielniederlage zu rehabilitieren.

 

Während die Gäste mit 16:8 Punkten auf Rang fünf stehen, sind die Börde-Handballer in dieser Saison bislang hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben. Sie kämpfen als Vorletzter verbissen gegen den drohenden Abstieg. Der Rückstand auf die HSG Heidmark (8:16), die Drittliga-Reserve des TSV Anderten und den HV Barsinghausen (jeweils 9:13) ist schon eine große Hypothek. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt hat man im Börde-Lager aber noch nicht aufgegeben. Zunächst gilt die volle Konzentration dem Spiel gegen den TuS Rotenburg.

 

Da heißt es: verlieren verboten. Allerdings müssen sich die Hausherren auf einen motivierten Gegner einstellen, denn die Gäste haben zuletzt einen erfolgreichen 4:0-Lauf hingelegt. „Wir haben die Niederlage vor Wochenfrist in Braunschweig noch einmal aufgearbeitet. Da gab es Phasen, da waren wir nicht schlechter als die MTV-Zweitvertretung. Wir werden daher alles daransetzen, in die Erfolgsspur zurückzukehren“, sagt Trainer Dennis Bühn, der in diesem richtungsweisenden Match wieder auf den Einsatz von Henrik Froböse und Jirka Strube hofft. pw

 

 

 

Lothar von Hermanni gibt zu: „Ich habe es etwas schleifen lassen“

 

Auch mit dem Ex-Leistungsträger von Eintracht Hildesheim steckt die SG Börde im Keller der Oberliga fest – der Spielmacher nennt die Gründe und gibt sich auch selbstkritisch.

 
Die Verpflichtung von Lothar von Hermanni war für die SG Börde Handball ein echter Coup. Schließlich war der 33-Jährige über viele Jahre hinweg ein Leistungsträger und Publikumsliebling bei Eintracht Hildesheim gewesen. Er spielte in der ersten, zweiten und dritten Liga. Wer höherklassig performt hat, für den müsste die Oberliga ein Kinderspiel sein, könnte man meinen. Doch ganz so einfach ist es nicht.

 

Nach der vergangenen Saison hatte sich von Hermanni nach 20 Jahren von Eintracht verabschiedet. „Ich will mich mehr um meine Familie und den Job kümmern“, begründete er seine Entscheidung. Doch ganz ohne Handball geht es für einen Vollblut-Sportler wie ihn nicht. Er kehrte zu seinem Heimatverein zurück – zur SG Börde, die früher noch TV Eiche Dingelbe hieß. Für den Oberligisten war es ein Königstransfer.

In den vergangenen Spielzeiten hatte der Klub stets um den Klassenerhalt gekämpft, der Abstieg konnte auch in der vergangenen Saison gerade noch verhindert werden. Mit Lothar von Hermanni sollte es aufwärts gehen – das war der Plan. Doch die Hoffnungen erfüllen sich bis dato nicht. Auch in der laufenden Saison steht die SG mit aktuell 5:21 Punkten auf Abstiegsplatz 13.

 

Lothar von Hermanni muss die Erfahrung machen, dass die Oberliga eben kein Kinderspiel ist. Was er übrigens auch nicht erwartet oder behauptet hatte: „Vieles ist neu für mich. Bei Eintracht habe ich auf Außen gespielt, nun agiere ich als Spielmacher. Zudem muss ich mich an mein neues Team gewöhnen. Das hatte ich ja nicht so oft.“

 

Mein Körper sendet mir klare Signale.

Den Hauptgrund für die schlechte Punktausbeute sieht er in der personellen Misere: „Wir sind eigentlich ganz gut in die Saison gekommen, haben von den ersten vier Spielen zwei gewonnen.“ Dann schlug das Verletzungspech zu. Wichtige Spieler fielen aus. „Das können wir mit unserem dünnen Kader nicht so leicht kompensieren“, erklärt von Hermanni. Die ernüchternde Bilanz aus den letzten neun Spielen: ein Remis und acht Niederlagen, 1:17 Punkte.

 

Auch der Spielmacher blieb von Blessuren nicht verschont. „Mal tat die Schulter weh, mal zwickte es in Oberschenkel oder Wade“, berichtet er. So konnte er sein wahres Leistungsvermögen nicht immer abrufen. Von Hermanni fasst sich aber auch an die eigene Nase: Der Rhythmus in der Oberliga sei ein anderer. „Man trainiert weniger und hat öfter frei.“ Er gibt zu: „Ich habe es etwas schleifen lassen und die Körperpflege vernachlässigt. So ehrlich muss ich zu mir selbst sein.“

 

Er ergänzt: „Bei Eintracht war es intensiver, ich habe immer Vollgas gegeben und Teamphysio Christoph Klocke hat dafür gesorgt, dass ich immer fleißig und fit geblieben bin. Jetzt muss ich mich um mich selbst kümmern.“ Von Hermanni merkt: „Mein Körper sendet klare Signale. Ich muss wieder mehr machen.“

 

Angesichts der Ergebniskrise zogen die Vereinsverantwortlichen im Dezember die Notbremse. Man trennte sich von Trainer Georgi Nikolov, der die Mannschaft seit 2019 gecoacht hatte und wie von Hermanni eine Eintracht-Vergangenheit als Spieler hat. B-Lizenz-Inhaber Dennis Bühn übernahm. Er trainierte zuletzt den MTV Groß Lafferde (Verbandsliga) und die A-Junioren der SG Börde, die er auch weiterhin betreuen soll. Für die Oberliga-Herren erhofft sich SG-Chef Jörn Rating „frischen Wind“

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Ob der kommt, müsse man abwarten, meint Lothar von Hermanni. Schließlich müssten sich ein neuer Trainer und die Mannschaft immer erst zusammenfinden. Ergebnistechnisch blieb der erhoffte Aufschwung bislang aus. Die Spiele gegen Plesse-Hardenberg (23:26) und bei MTV Braunschweig II (27:31) gingen verloren. Trotz der Niederlagen lobte der neue Trainer den Spielmacher: „Lothar hat hervorragend Regie geführt und Verantwortung übernommen.“

 

Von Hermanni ist guter Dinge: „Schon vor dem Trainerwechsel waren wir eigentlich nie chancenlos. Oft haben wir nur knapp verloren. Meist fehlte uns die Cleverness.“ Optimismus gehört zum Naturell des 33-Jährigen. Er ist überzeugt: Es ist ein langer Weg, aber wenn alle fit sind, werden wir Spiele gewinnen und den Klassenerhalt schaffen.“ Denn Lothar von Hermanni kann sich an vieles gewöhnen, an eines aber nicht: an Niederlagen.   Von Thorsten Berner 

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